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Betagte Menschen sind beratungsresistent, technologiefeindlich und bedürfen einer Weiterbildung


Datum

16.06.2023

Einleitung

So lauten zumindest die Vorurteile mancher Politiker und vieler selbstloser Helfer. Allerdings vergessen die Missionare der digitalen Zukunft oft, dass die Digitalisierung kein Selbstzweck ist. Wie fast jede menschliche Entwicklung sollte ihr Zweck darin bestehen, dem Menschen lästige, sich wiederholende Aufgaben abzunehmen oder sie zumindest zu vereinfachen.

Die Sammlung unbegrenzter personenbezogener Daten zum Zwecke des Weiterverkaufs oder der Auswertung sollte und darf nicht das Hauptmotiv der Digitalisierung in einer Demokratie sein.

Und deshalb gleich vorweg, es sind nicht die älteren Menschen, die das Problem sind, sondern scheinbar kopflose Digitalisierungsprojekte und deren schlampige, völlig überhastet durchgeführte Umsetzung.

Stattdessen wird einfach auf Teufel komm raus digitalisiert

Um nicht zum Selbstzweck zu werden, sollte man vor der Digitalisierung einer Aufgabe deren Vor- und Nachteile auswerten und überprüfen. Kommt es nach der Digitalisierung eines Prozesses, wirklich zu einer Prozessoptimierung? Im Fokus der Analyse sollte hierbei besonders das wichtigste Gut des Menschen liegen, die Zeit und die Durchführungsmöglichkeit für alle Benutzer, unabhängig ihres sozialen Status, ihrer Bildung und ihrer eventuellen physischen, oder psychischen Einschränkungen.

Wenn ich vor der Digitalisierung 3 Minuten für eine Aufgabe benötigte und nun 20 Minuten für die gleiche Aufgabe brauche, oder aber die Aufgabe überhaupt nicht mehr bewältigen kann, hat die Digitalisierung versagt.

Wer trägt die Schuld am Versagen

Die Schuld liegt bei allen an der Digitalisierung einer Aufgabe Beteiligten. Der Auftraggeber hat seine Sinn- und Zweckanalyse nicht sorgfältig durchgeführt. Der App Designer hat es versäumt, seine App auf die Zielkunden abzustimmen und mit diesen zu diskutieren, bevor die App entwickelt wurde. Der App-Entwickler hat seine App nicht nutzerfreundlich programmiert. Er hat sie nicht von Personen testen lassen, die nicht am Projekt beteiligt sind.

Was ist die Konsequenz?

Frust! Denn trotz Motivation und Interesse, scheitert man, ob Alt oder Jung an der Benutzung. Man klickt hin und her, versteht den Bildschirmaufbau nicht, verzweifelt an Systemabstürzen und Fehlfunktionen. Selbst wenn man eine App hat, die man einwandfrei beherrscht, kommt eines Tages das fatale Update, welches wiederum für Chaos sorgt.


Sind es wirklich die älteren Menschen, die das Problem sind?

Nein, weil man bei der Entwicklung einer App einfach den Menschen im Auge behalten muss. Denn trotz des theoretischen Wunschmodels der digitalen Lobby sind wir als Menschen alle verschieden.

Wir sind alle einzigartig und haben individuelle Bedürfnisse und Einschränkungen.

Diese können physisch, psychisch, alters- oder kontextbedingt sein. Wenn wir nun alle über einen Kamm geschert werden, und unsere Einzigkeit nicht berücksichtigt wird, werden verschiedene von uns automatisch diskriminiert, und aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Unter diesen Umständen kann Digitalisierung kein erstrebenswertes Ziel sein.

Wenn die Benutzeroberfläche komplex und überladen ist oder die Menüstruktur verwirrend ist, haben Menschen Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden. Gleiches geschieht, wenn die Schriften, die Bedienungselemente zu klein sind.

Die Benutzung einer Internetseite oder eine App sollte und darf kein Spießrutenlaufen sein.

Nur so kann sichergestellt werden, dass Apps funktional und intuitiv bedienbar sind und allen, nicht nur älteren Menschen, helfen, die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen.

Leider hat man dies bisher nicht erkannt.

Unser Blog verzichtet auf weiterführende Links, da wir nicht garantieren können, dass die Zieladresse weiterhin existiert und das anzeigt, wovon wir beim Erstellen des Blogs ausgingen.


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